Was bedeutet das Wort Magie?
= sich höherer Kräfte bedienen/ eine geheime Kraftquelle erlangen

Die schamanische Kosmologie ist getränkt mit Magie. Sie geht davon aus, dass alles im Kosmos von einer transzendentalen Kraft durchdrungen ist, die wie ein sehr feines, ungeheuer komplexes Netz zusammenwirkt. Alles ist mit allem verbunden. Als Teil der Kosmologie sind auch wir mit allem verbunden. Auf der Ebene der feinstofflichen Wahrnehmung von Schwingung und Energie können wir Zugang bekommen zu diesem „Informationsfeld“. Aber auch wenn wir uns in der Natur bewegen, einfach spazieren gehen, fühlen wir dieses Feld.

Magie, Schwingung und Augenkultur
In unserer westlichen Welt herrscht ein materialistisches Weltbild vor. Für die Meisten von uns ist die Erfahrung der Natur als etwas Beseeltes fremd. Wir haben die Dualität verinnerlicht. Was nicht wissenschaftlich erklärbar ist, lehnen wir als „nicht real“ ab. Schwingungen nehmen wir als real jedoch in der Musik wahr. Und es wird kaum jemand leugnen, dass Musik unsere Seele berührt oder zumindest etwas nicht Erklärbares mit uns macht. Je nachdem was es für Kompositionen sind und welche Instrumente genutzt werden.

Wir im Westen haben eine Augenkultur: was wir nicht sehen können, das existiert nicht. Wir halten uns am Sichtbaren fest. Mein Sehen sagt mir: ich bin hier und du bist dort. Wie können wir verbunden sein? Um dich wahrzunehmen brauche ich ein offenes Herz und fein gestimmte Sinne. Lauschen, fühlen, berühren…
Wenn ich einem Menschen länger in die Augen schaue, dann erschaue ich sein Seelenleben.
Wann hast du zuletzt einem Menschen lange in die Augen geschaut?
Wann hast du dir selbst in die Augen geschaut?

Wie die Magie zu mir kam…
So war es auch bei mir. Bis sich 2008 alles veränderte!
Ich war allerdings nicht ganz „freiwillig“ bereit, mein Empfinden zu verändern und meinen Intellektualismus aufzugeben. Erst eine große Erschütterung – Trennung, Probleme im Beruf –, die mich in große Verzweiflung stürzten, öffnete meinen inneren Blick und mein Herz für Magie. Der geheime Bote war niemand Geringerer als ein Waldkäfer!
Auf Anraten einer Freundin ging ich zu einem viertägigen schamanischen Seminar. Wir bekamen unter anderem die Aufgabe, in den Wald zu gehen, an einen Platz zu gehen und zwölf Stunden dort zu bleiben, bis Mitternacht. Mitnehmen konnten wir einen Schlafsack, eine Trommel, ein Taschenmesser, Wasser und einen Löffel Honig (für die Süße des Lebens. Da mein Sohn damals erst zwei Jahre alt war, nahm ich auch mein Handy mit. Ich hatte immer Angst, dass ihm etwas passieren könnte, wenn ich nicht bei ihm war…)
Ich fand einen schönen Platz an einem Tal. So hatte ich zumindest einen weiten Blick. Ich richtete mich an meinem Platz ein und war davon überzeugt, dass 12 Stunden schnell vergehen würden…Die kommende Stunde verbrachte ich damit, ins Tal zu schauen, ein wenig zu trommeln, zu lauschen, ob ich von anderen Seminarteilnehmer etwas hörte. Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaute waren erst knapp zwei Stunden vergangen…Ich setzte mich wieder hin, genoss die Wärme. Schaute in den Himmel. Rutschte auf meinem Platz hin und her. Langsam kroch die Langeweile in mir hoch. Und leichte Panik ob der Aussicht, dass ich rein gar nichts zu tun hatte. Aus der kriechenden Langeweile wurde allmählich das zähe Gefühl der inneren Leere. Wie nutzlos ich mich fühlte. Wie bescheuert diese Idee, meine Zeit mit Nichtstun im Wald zu verschwenden. Nutzlos…sinnlos…wertlos…diese Worte hallten durch meine innere Leere und mein Körper wurde starr. Ich versuchte mich mit Holzschnitzen abzulenken. Erfolglos. Drei Stunden…dreieinhalb. Das Gefühl, völlig nutzlos zu sein übermannte mich wie eine Welle. Und dann flossen die Tränen. Ich weinte und weinte. Aus dem Weinen wurde ein verzweifeltes Schreien. Aus dem Schreien ein wimmern…Mama…Wo warst du?
Die Zeit dehnte sich, langsam wurde es Abend. Mein Magen knurrte. Der Honig! Er schmeckte unendlich süß auf meiner durstigen Zunge…
Ich drehte mich um und roch am Waldboden. Es roch tröstlich. Ich fühlte mich sehr alleine. Und dann spazierte plötzlich ein kleiner, schwarzer Waldkäfer an meiner Nase vorbei. Hallo! sagte ich leise, wie schön, dass du da bist. Ich freue mich wirklich, mit dir sprechen zu können. Was für ein Wunder, dass wir beide jetzt hier sind…

 Magie kann uns berühren…

…in der Kunst:
Gute Kunst ist immer magisch, hat eine unergründliche Tiefe! Der Prozess des Entstehens von Kunst folgt den Gesetzen der Alchemie. Tanz als poetischer Ausdruck des Körpers kommt dem für mich besonders nah. Weil ich Magie durch den Tanz so stark spüren kann. Sie ist wie die Essenz des Lebendigen, die durch mich hindurch strömt, wenn ich tanze. Sie ist nicht immer angenehm, anmutig oder leise. Doch immer ist sie essentiell!

…als wir Kinder waren:
Wir kennen magisches Denken aus unserer Kindheit. Mit zwei bis etwa zum siebten Lebensjahr leben wir in einer magischen Welt. Nichts existiert getrennt von uns in dieser Zeit. Die Welt ist beseelt. Die vorherrschenden Hirnwellen in dieser Phase sind die Teta-wellen. Das sind die Wellen wie wir sie in der Trance erleben.
Wir konnten staunen, spielen, das Leben war ein Wunder!

…in der Liebe
Die magische Erfahrung, die uns allen vertraut ist: das Verliebt-sein und die Liebe! Wenn man verliebt ist, ist die ganze Welt plötzlich in Magie getaucht, unglaublich schön, lebendig, spannend, geheimnisvoll und voller Lust (letzteres wohl auch durch die Hormone, die unser biologisches Überleben sichern sollen).
Wenn du einen Menschen liebst dann liebst du ihn um seiner selbst Willen. Du liebst sein Wesen, seine Energie, sein Lachen, sein Gehen oder wie er eine Gabel hält. Einfach seine Art. Ist das nicht magisch?

…mit unserem Körper
Der Körper ist sozusagen das magische Fahrzeug! Wir können uns bewusst in verschiedene Bewusstseinszustände begeben.
Für mich ist unser Körper wirklich ein göttliches Instrument. Unser Gehirn – das offenbart die Neurowissenschaft mehr und mehr – ist ein Wunderwerk an Plastizität. Immer neue Erkenntnisse tun sich auf, wie vernetzt und flexibel es funktioniert und wie stark Körper, Geist und Seele miteinander verbunden sind.
Wir alle sind unser eigenes inneres Universum.
Wir sind wakan – unergründlich und göttlich!

…im Schamanismus:
Es geht im Schamanismus um das höhere Wissen. Jedes Ritual dient dem Wissen um die heiligen Gesetze. Es ist möglich, diese höhere Ordnung sozusagen anzurufen und um Unterstützung zu bitten, z.B. um Krankheiten zu heilen. Die vier Elementarkräfte sind heilige Gesetze.

Schamanen verneigen sich vor wakantanka, dem großen Mysterium, dem Wissen, dass der Kosmos unerklärbar, unbegreifbar für uns ist. Schamanen empfinden eine tiefe Hingabe gegenüber dieser Schöpferkraft. Die Schöpferkraft ist lebendige, pulsierende kosmische Energie. In ihr gibt es keinen Stillstand. Sie wandelt sich, entfaltet sich im Urbild der Spirale. Diese Energie ist magisch. Sie entstammt einer geheimen Kraftquelle.

Jeder Versuch, sich die heiligen Gesetze „untertan zu machen“, z.B. um Machtpositionen zu erlangen oder Menschen zu schaden, ist schwarze Magie. Schwarze Magie bedeutet, die heiligen Gesetzen für egoistische Ziele zu mißbrauchen. Die heiligen Gesetze folgen der freien Entfaltung unseres Potentials, nicht ihrer Manipulation!
Dazu ein Zitat des grönländischen Schamanen Angangaaq:
Folge nie jemandem! Folge keinem Guru! Wenn du ihm folgst siehst du nur seinen Rücken. Er verstellt dir den Blick. Ich lade die Menschen, die zu mir kommen ein, an meiner Seite zu gehen, mich auf meinem Weg zu begleiten. Und ich begleite sie. So können wir uns stützen wenn wir straucheln oder müde werden.

Brauchst du einen Heiler/ Schamanen um Magie zu erfahren?
Manche Menschen haben einen intuitiven, unmittelbaren Zugang zur Magie. Sie sind auf natürliche Weise mit feinstofflichen Energien verbunden, können sie wahrnehmen. Sie folgen ihrer Intuition.
Vielen von uns ist diese Wahrnehmung jedoch abhanden gekommen, wie ich oben beschrieben haben. Die Tür zur Magie hat sich im Verlauf des Lebens geschlossen, sie wurde sogar vernagelt – durch traumatische Kindheitserfahrungen oder um unser angelerntes Weltbild zu verteidigen, damit wir unsere verinnerlichten sozialen Rollen einnehmen.

Wie geschieht Heilung?
Der Schamane ist ein Mittler zwischen den Welten. Er steht in ständiger Verbindung zur Magie oder zur sogenannten „Anderswelt“. Ein Schamane führt dich z.B. durch Ritualen dorthin.
Doch letztlich bist du dein innerer Schamane, indem du dich für Herzensverbindung und Heilung öffnest. Nur wenn du die magische Tür öffnest kann Heilung geschehen!
Und Heilung bedeutet nichts anderes als heil werden im Sinne von GANZ SEIN. Und das impliziert auch unsere magische Anteile. Sie sind nicht der „Welt der Kindheit“ vorbehalten.

Bist du eine Schamanin Kalina?
Ich bezeichne mich nicht als Schamanin, sondern als Tänzerin.
Das Wort Schamane ist für mich den Heilern indigener Völker vorbehalten, deren Ahnen über Generationen Schamanen hervorbrachten. Sie wirken innerhalb ihrer Traditonen, in ihrer Gemeinschaft oder sie tragen ihre Weisheit in die Welt. Sie sind oft in der Lage, Krankheiten zu „sehen“ oder zu „erriechen. Ich möchte  meinen  Respekt vor ihrem tiefen Wissen auch damit zum Ausdruck bringen, dass ich nicht ihren Namen trage.

Die mit den Winden tanzt – das ist mein Medizinname.
Die Medizin, die ich zur Verfügung stelle ist die Medizin des Körpers mit seinen Botschaften, die er in all seiner Weisheit für uns bereit hält. Hinspüren, Körperarbeit, Singen, Tanz, Schwitzhütte – das sind die magischen Schlüssel, die ich zur Verfügung stelle. Insofern bin ich eine Magierin, eine Medizinfrau: ich kann dir einen magischen Schlüssel anbieten, ich kann erfühlen, welcher wohl passen könnte…ob du ihn nimmst und die Tür öffnest, das liegt ganz in deiner Macht!

Über das Chamäleon:
Ein besonders magisches Tier!  Das Chamäleon steht für die Entfaltung von Energie. Je stärler seine Energie ist, desto leuchtender seine Farben. Durch seine Verwandlungsfähigkeit steht es für mich für Lebendigkeit und Potentialentfaltung. Alle Farben!