Eine Schwitzhütte ist Ökopolitik?
Ich sage, ja!
In diesem dunkeln Raum, wo du auf der Erde sitzt, nackt, fühlst du deine eigene, innere Ökologie. Du kannst dich dafür öffnen, dass du tief verbunden bist mit Mutter Erde. Du beginnst sie zu lieben. Und deshalb willst du unbedingt, dass es Mutter Erde gut geht.

Zunächst ein kleiner Exkurs:
Durch unsere Handlungen – zum Beispiel unseren Konsum –  geben wir jeden Tag politische Statements ab. Was kaufe ich zu welchem Preis und wo? Welchen Konzern, welches Unternehmen, welchen regionalen Anbeiter  unterstütze ich damit? Und welchen eben nicht mehr?
Es ist viel Macht, die wir in unseren Geldbörsen mit uns tragen.
Mich beschäftigt dieses Thema seit vielen Jahren. Ich versuche, mehr und mehr zu dieser „bewussten Konsumentin“ zu werden. Und auch ich kämpfe noch mit meiner Bequemlichkeit und meinen (schlechten) Gewohnheiten.

Wer mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich z.B.:
https://utopia.de/ratgeber/so-kann-bewusster-konsum-die-welt-veraendern/
oder diese Organisation, die  konkret Lebensmittel auf ihre Nachhaltigkeit prüft:
https://www.foodwatch.org/de/startseite/

Eine kurze Geschichte: wie ein Ritual mein Kaufverhalten veränderte
Vor elf Jahren besuchte ich eines der ersten Seminare der Schamanin Alba Maria. Damals war ich noch recht skeptisch, was die Wirksamkeit von schamanischen Ritualen betraf. Dennoch zog es mich immer wieder dorthin…
Es ging um die Tiere bei dem Seminar und darum, wie wir mit ihnen umgehen. Auch ich war Fleischesserin. Wir kochten rituell Fleisch am Feuer, wir sangen und beteten für die Tiere. Wir erfuhren, die schamanische Art des Jagens: der Jäger fragt das Tier um Erlaubnis, ob es sich geben möchte, bevor er es erlegt…
Im letzten Teil des Rituals bekamen wir alle ein Stück Fleisch und gingen in den Wald, um es für alle Tiere zu opfern. Wir baten die Tiere um Verzeihung für all das Leid, das wir ihnen zufügen.
Eine Woche später ging ich in den Supermarkt. Ich werde nie vergessen, wie ich an der Tiefkühltruhe vorbei ging, das abgepackte Fleisch sah und wie mir ganz einfach übel wurde.
Mein Körper gab mir zu verstehen, was ich tun, bzw. was ich lassen sollte.
Dieses Erlebnis hat meinen Glauben an die Wirksamkeit von Ritualen bestärkt. Ich aß jahrelang gar kein Fleisch mehr. Heute kaufe ich es ausschließlich im Biomarkt. Und manchmal, immer seltener, kaufe ich mir eine Currywurst…

Schamanische Rituale verändern unser inneres Erleben, unsere Wahrnehmung von Realität, unsere Emotionen und unsere Überzeugungen maßgeblich. Und sie tun das „von innen heraus“. Damit will ich nicht sagen, dass Demonstrationen überflüssig sind, nein!
Doch da wir vor allem emotional gesteuert werden brauchen wir ein Erlebnis, das uns erschüttert, berührt, unseren Körper zum Beben bringt. Das bringt uns in Veränderungsprozesse, nicht allein die Einsicht.

Also ich wiederhole: Schwitzhütte ist Ökopolitik von Innen

In einem Schwitzhüttenritual geschieht bestenfalls genau das: es betrifft dich ganz und gar, es ergreift dich. Es zeigt dir, dass du ein Teil unseres Ökosystems bist, untrennbar verbunden mit den Elementen. Dass die Elemente in dir wirken und du auf die Elemente.
Das heißt jede Vergewaltigung der Natur wird noch mehr zu einem körperlichen Angriff auf deine verletzbare Seele, auf deinen fein gestimmten Körper. Denn auch das geschieht durch regelmäßige Schwitzhüttenbesuche meistens: deine Wahrnehmung verfeinert sich, du wirst klarer, bewusster, offener. Und dieser offene Körper, diese verletzbare, verbundene Seele kann und will es noch weniger aushalten, wie wir mit diesem Planeten umgehen.
Und genau das hilft dir dabei, deine Bequemlichkeit zu überwinden, deinen Arsch hochzukriegen.
Es hilft dir, demütig zu bitten und zu beten, statt an schlechten Nachrichten zu leiden.
https://kalinafeldmann.de/rituale/schwitzhuette/